Kommende Ausstellung:

vergangene Ausstellung:
MARKUS RIEBE "Minds and Machines"

Eröffnungsabend Montag 3. November 2025
um 19 Uhr
Eröffnung: Kulturreferentin StR. Dipl. Päd. Judith Pichlmann
Zu den Arbeiten spricht: Hubert Nitsch (Referent für Kunstpastoral und Kulturarbeit der Diözese Linz)
Parallelausstellung Hausruckviertler Kunstkreis:
ISABELLA SCHARF-MINICHMAIR "Farbmusik"
Eröffnungsabend 3. November 2025 ab 18.30 Uhr
beide Ausstellungen sind bis 15. November 2025 zu sehen.
Öffnungszeiten Galerie: Mo - Sa 10.00-13.00 Uhr. Eintritt frei.
VORBEMERKUNG:
Voranstellen müssen wir die traurige Nachricht, dass Mag. Markus Riebe am 20. Oktober 2025 unerwartet verstorben ist.
Wir möchten mit den Worten seiner Familie diese Einladung einleiten:
„Die Gedenk-Ausstellung wurde von der Ehefrau und der Tochter von Markus Riebe zusammengestellt. Dies ist ein Versuch, einen - allerdings sehr unvollständigen –
Überblick über sein Werk zu geben, indem nicht nur Bilder aus der letzten Lebensphase, sondern auch solche aus früheren Jahren gezeigt werden.
Wir hoffen, dass wir damit in seinem Sinne handeln. Er wird für immer als Ehemann, Vater und Künstler in unseren Gedanken und den Gedanken vieler Menschen bleiben.
Seine Werke unterstützen dabei.“
Die Stadtgalerie Vöcklabruck dankt der Familie, dass Sie die Ausstellung zeigen möchte. Wenn die Worte über tragische Ereignisse fehlen, dann sollen die Bilder sprechen.
MAG. MARKUS RIEBE

Markus Riebe (geb. 1955 in Gmunden, Oberösterreich) zählte zu den Pionieren der digitalen Kunst in Europa. Bereits in den 1980er-Jahren gehörte er zu den ersten österreichischen Künstlern, deren Arbeiten bei renommierten internationalen Computerkunst-Festivals präsentiert wurden.
Riebe studierte an der Kunstuniversität Linz und schloss 1979 mit Diplom ab. Seit 1986 betrieb er ein Atelier für computerunterstützte Kunst und digitale Medien in Gallneukirchen. Neben seiner künstlerischen Arbeit realisierte er zahlreiche museumspädagogische Projekte und Publikationen für Institutionen wie das Kunsthistorische Museum Wien, das Künstlerhaus Wien, das OÖ Landesmuseum, das Ars Electronica Center, das OK Centrum für Gegenwartskunst Linz und das Roemer-Pelizaeus Museum Hildesheim.
Von 1997 bis 2017 war Riebe in der OÖ Bildungsdirektion für den Bereich Bildende Kunst verantwortlich. Er engagierte sich zudem kulturpolitisch als Mitglied des Linzer Stadtkulturbeirats (2001–2003), als Ankaufskurator der Stadt Linz (2004–2005) sowie als Mitglied des OÖ Landeskulturbeirats (2005–2014).

Seine Werke waren auf internationalen Kunstmessen und Festivals zu sehen, darunter: Siggraph Art Show, Chicago (USA), TISEA, Sydney (AU), ComputerArt (DE), Art & Antique, Hofburg Wien, Ars Austria, Palais Liechtenstein, Wien, Parallel Vienna Artfair und Ars Electronica Festival, Linz.
Zu seinen zahlreichen Ausstellungen zählen renommierte Häuser wie das OÖ Kulturquartier, die Neue Galerie der Stadt Linz, das OÖ Landesmuseum, das Künstlerhaus Wien, die Galerie im Traklhaus Salzburg, das NÖ Dokumentationszentrum für moderne Kunst St. Pölten, die Galerie Art Affair Regensburg, das Haus an der Redoute Bonn, das Castello di Duino Triest, das Museo di Chianciano Terme, das Palazzo Ducale Mantova, das Museo Vincenzo Vela Ligornetto (CH), die Lajevardi Foundation Teheran, das Museum of Contemporary Art Isfahan, das Los Angeles Center for Digital Art und viele mehr.
Seine Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter die Kunstsammlung des Landes OÖ, die Sammlung der Stadt Linz, die Artothek des Bundes, die Kunstsammlung der AK OÖ, das Museo Vincenzo Vela (Schweiz), die Sammlung Roberto Gagliardi, die Sammlung Urban (Waidhofen/Ybbs), das Kunsthaus Kollitsch (Klagenfurt) und das Museum der Wahrnehmung (Rohrbach).

Zwischen digitaler Bildgenerierung und Wahrnehmungsästhetik
Das Werk von Markus Riebe lässt sich als kontinuierliche Auseinandersetzung mit den technologischen und ästhetischen Möglichkeiten digitaler Kunst seit den 1980er-Jahren lesen. Bereits früh experimentierte er mit computergesteuerten Verfahren in Verbindung mit Airbrushtechniken und lotete so neue Schnittstellen zwischen analoger Handwerklichkeit und algorithmischer Bildproduktion aus. Diese Hybridität prägt bis heute sein künstlerisches Vorgehen.
Mit seinen aktuellen Lentikularbildern eröffnet Riebe eine neue Ebene der Wahrnehmungsästhetik. Die Technik erzeugt einen räumlichen Eindruck, der ohne Hilfsmittel wie 3D-Brillen erfahrbar ist, sich jedoch nicht durch Fotografie oder digitale Reproduktion vermitteln lässt. Damit verweist jedes Werk auf die Unverzichtbarkeit der unmittelbaren Rezeption im Ausstellungsraum. In kunsttheoretischer Perspektive thematisiert Riebe so die Differenz zwischen Bild und Abbild, zwischen virtueller Konstruktion und realer Anschauung.

Die Motive – abstrakte Strukturen, futuristische Landschaften und traumähnliche Szenerien – verbinden Aspekte von Science-Fiction-Ikonografie mit einer poetischen Bildsprache. Die stereoskopische Tiefenwirkung evoziert beim Betrachter ein Oszillieren zwischen Faszination und Irritation. Diese Ambivalenz macht Riebes Arbeiten zu Studien über die Grenzen menschlicher Wahrnehmung im Zeitalter digitaler Medien.
Sein Werk steht somit im Spannungsfeld von Medientheorie, Wahrnehmungspsychologie und künstlerischer Innovation. Markus Riebe zeigt, dass digitale Kunst nicht allein in der virtuellen Simulation aufgeht, sondern in der Verschränkung von Virtualität und Realität neue Erfahrungsräume erschafft

WEITERE INFOS: www.riebe.at
Die Stadtgalerie Lebzelterhaus dankt für die Unterstützung:
Parallelausstellung Hausruckviertler Kunstkreis:
Im Kunstraum des HKK/Lebzelterhaus Vöcklabruck präsentiert Isabella Scharf-Minichmair unter dem Titel "Farbmusik" Ölgemälde und Collagen, die formal betrachtet die Dynamik zwischen Farbe, Figur und Raum (Push and Pull) untersuchen. Inhaltlich befasst sie sich erneut mit dem Thema Individuelle Mythologien im Zyklus von Werden, Bestehen und Vergehen.
ab 16. März: Monika Steiner und Mag. Josef Derflinger
IM PROGRAMM 2026:
Hannes Rohringer / Gerhard Wöß / Stephan Unterberger
Eckart Sonnleitner / Andrea Penz / Michael Wittig & Christopher Schlesinger