Vöcklabruck gleicht Budget auch 2020 aus

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Nach den jetzt vorliegenden Zahlen kann das Budget auch 2020 wieder ausgeglichen werden. Und das, obwohl die Kommune hohe Ausgaben zu stemmen hat.

Mit dem Voranschlag 2020 arbeiten die Gemeinden erstmalig mit der 3-Komponenten-Rechnung lt. Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung 2015. Die Kommunen haben einen Ergebnis- und Finanzierungshaushalt für die Jahre 2020 bis 2024 zu erstellen. Im nächsten Jahr wird erstmals eine Eröffnungsbilanz präsentiert.

Das Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit sieht für die Stadtgemeinde Vöcklabruck Einzahlungen und Auszahlungen von rund € 38,3 Mio. vor. Vöcklabruck weist in jedem Jahr der Mittelfristigen Ergebnis- und Finanzplanung ein positives Nettoergebnis auf.

Neu für die Gemeinden ist die Darstellung von Rückstellungen und Abschreibungen im Ergebnishaushalt. Die Abschreibungen belasten den Ergebnishaushalt der Gemeinde im Jahr 2020 mit € 2,24 Mio. und steigen mit der Inbetriebnahme des Schulcampus auf € 2,69 Mio. im Jahr 2022.

 

Hohe Transferzahlungen

Vergleicht man etwa die Jahre 2008 und 2020, kann bei den Ertragsanteilen ein Anstieg um 29 Prozent verzeichnet werden, während die laufenden Transferzahlungen an das Land um 47 Prozent gestiegen sind. Die Umlagenbelastung für die Stadt Vöcklabruck stieg in den vergangenen 12 Jahren von € 5 Mio. auf € 7,3 Mio.

Nicht enthalten in diesen Transferzahlungen ist die Sozialhilfeverbandsumlage. Diese stieg im gleichen Beobachtungszeitraum um 51 Prozent: Von € 3,3 Mio. auf € 4,9 Mio. Der Krankenanstaltenbeitrag steigt von € 3,37 Mio. im Jahr 2019 auf € 3,51 Mio. im Jahr 2020.

 

Investitionen: Größter „Brocken“ Schulcampus

2020 werden Vorhaben in der Höhe von € 9,4 Mio. realisiert. Das größte Projekt in den nächsten Jahren ist zweifellos der Schulcampus mit einem Gesamtvolumen von € 17,2 Mio.

Davon ist im Jahre 2020 mit Ausgaben von rund € 6,4 Mio. zu rechnen. Das Großprojekt wird seitens des Landes Oberösterreich mit rund 50 Prozent gefördert. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf € 8,5 Mio. wobei ein Drittel als Rücklage nachgewiesen werden muss.

Die zugesagten Fördergelder können allerdings erst ab 2021 auf sechs Jahre verteilt abgerufen werden. Für den Eigenanteil und die Zwischenfinanzierung müssen Darlehen in Höhe von € 5,5 Mio. und € 8,7 Mio. aufgenommen werden.

Darüber hinaus sind umfangreiche Investitionen in Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in Höhe von € 1,4 Mio. notwendig. Mit den Bauabschnitten ABA BA 24 und WVA BA 12 werden die Kanal- und Wasserleitungen in folgenden Straßen saniert: Englweg, Hans Hatschek-Straße, Sudetendeutsche Straße, Viktor Kaplan-Straße, Dürnauer Straße, Albert Winter-Straße, Franz Schubert-Straße und Krankenhausstraße.

Im Rahmen des EU-Förderprojektes EFRE wird mit Nachbargemeinden das Projekt Stadtregion Vöcklabruck realisiert. Neben einem Leit- und Orientierungssystem mit Kosten von € 140.000, errichtet die Stadt einen Busterminal in der Ferdinand Öttl-Straße mit geplanten Kosten von € 300.000 für das Gebäude und € 100.000 für die Bushaltestellen.

Die Street Workout Anlage, als drittes Projekt, konnte bereits 2019 realisiert werden. Alle drei Projekte werden zu 40 Prozent aus EU-Mitteln und 10 Prozent Landeszuschuss gefördert.

Für die Feuerwehr ist im Budget 2020 ein neues Kommandofahrzeug in Höhe von etwa € 30.000 veranschlagt. 2019 wurde bereits ein neues Rüstlöschfahrzeug mit Gesamtkosten von € 368.400 angekauft. Die Förderung betrug lediglich 20 Prozent. Den Rest musste die Stadtgemeinde alleine aufbringen.

In den nächsten Jahren sind durch die hohe Investitionssumme beim Schulcampus weitere Investitionen kaum mehr möglich.

 

Klimaschutz

Neben den laufenden Kosten für den Stadtbus (€ 415.000 im Jahr 2020) investierte die Stadt Vöcklabruck in den vergangenen Jahren mehr als eine halbe Million Euro in den Klimaschutz: davon € 160.000 für PV-Anlagen, € 70.000 für Elektrofahrzeuge und € 300.000 in die Umstellung auf LED-Beleuchtung. Letztere wird auch weiterhin fortgesetzt. 2020 werden dafür € 65.000 und ab 2021 jährlich € 45.000 investiert.

Langfristig sollen alleine auf den öffentlichen Gebäuden Photovoltaikanlagen mit einer geschätzten Gesamtleistung von 900 kWp und einer Investitionssumme von ca. € 1 Mio. über ein Contracting-Modell angebracht werden.

 

Kostenintensive Kinderbetreuung

Bei Ausgaben von € 1,94 Mio. und Einnahmen von € 636.600 ergibt sich für Vöcklabruck ein Abgang in der Vorschulischen Kinderbetreuung von € -1,3 Mio.

Dabei muss zwischen Krabbel- und Kindergartenkindern unterschieden werden.

Ein Kind in einer Krabbelstube kostet im Jahr 2020 € 7.067. In Vöcklabruck werden insgesamt 60 Kinder in drei Krabbelstuben betreut.

 

Der Abgang für ein Kindergartenkind beläuft sich im Durchschnitt auf € 2.733.

In den drei Horten in der Stadt werden in Summe 190 Kinder betreut - wobei jedes Hortkind einen Abgang von € 1.462 verursacht.

Die Personalkosten steigen gegenüber dem Vorjahr von € 9,6 Mio. auf € 9,7 Mio.

 

Mit Riesenschritten wächst der künftige Schulcampus seiner Bestimmung entgegen.

„Wir liegen im Zeitplan“, berichtet Bürgermeister Mag. Herbert Brunsteiner. Derzeit wird mit Hochdruck am Erdgeschoß gearbeitet. Parallel dazu wird bereits die Elektroinstallation abgewickelt.

Wie bereits berichtet investieren wir in den Schulcampus 17,2 Mio. €. Vergeben wurden bisher Leistungen und Arbeiten von 16 Gewerken in der Höhe von € 12.286.000,-.

Im Hintergrund laufen Planung und Ausschreibung für Innenausstattung und Möblierung. Das ist allerdings der Punkt, wo es sich spießt: „Das Land Oberösterreich legt pauschal einen Satz von 1.900,00 Euro pro Quadratmeter fest“, schildert Brunsteiner. „Schule ist aber nicht gleich Schule! Bei uns geht es um Kinder mit ganz speziellen Bedürfnissen.“ Bei weiteren Verhandlungen mit der zuständigen Landeshauptmann-Stv. Mag. Christine Haberlander sollen zusätzliche Mittel lukriert werden.

Gemeinsam mit dem Land OÖ wird außerdem derzeit ein Wettbewerb für die „Kunst am Bau“ vorbereitet.

10.12.2019 14:36